Mit dem Zug Grenzen überwinden

Die Slowakische Bahn fährt neu von Kosice nach Mukachevo. Ein kleine Dieselzugkomposition wartet auf Gleis 1. Nur sieben Reisende steigen in den Zug. Dennoch besteht ein Ehepaar auf die Reservierung. Schnell setzt sich der Zug um 9:10 in Bewegung. Schon nach einer Stunde erreichen wir den slowakischen Grenzbahnhof Cierna nad Tisou.

Die slowakische Grenzkontrolle steigt mit drei Beamten ein und nach wenigen Minuten wieder aus. Eine halbe Stunde müssen wir warten, der Zug soll pünktlich sein. Daher ist eine Reserve eingerechnet, bevor es weiter nach Chop geht. Dort beginnt die ukrainische Grenzkontrolle an. Ein junge blonde Frau nimmt meinen Pass zu den anderen und geht nach draussen. Im Zug verbleibt ein Grenzkontrolleur. Er erklärt mir, dass ohne Pass der Zug nicht verlassen werden darf. Ich spiele gedankenversunken Gitarre, die junge Frau stubst mich an, bekomme meinen Pass und in Chop warten wir eine Stunde.

Ein begeisterter Bahnfahrt Jochen aus Wien, sitzt im Zug. Er liebt das Zugfahren und ich muss nicken. Es ist ein anderes Reisegefühl, während er Sandwich mit Bier geniesst. Die Landschaft zieht vorbei, die Gedanken ebenso. In der Ukraine fährt der Zug manchmal Schrittgeschwindigkeit, dann beschleunigt er wieder. Wir fahren auf der europäischen Spur, neben uns fünf Gleise. Ueberall verlassene Fabriken und abgestellte Waggons. Wie lange wird das so bleiben?

In Mukachevo filme ich das Schloss, wir kommen an einer neugebauten Haltestelle pünktlich um 14:00h an. Ein völlig anderes Fahrgefühl als wie mit dem Bus. So werde ich in Zukunft immer reisen, auch wenn ich vorher die Nacht in Kosice übernachten muss.

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